Beteiligte namhafte Marken
Zu den bekanntesten gehört Hershey, der Hersteller der legendären Reese’s, der 20 Millionen US-Dollar in ein Biotech-Unternehmen investierte, das im Labor gezüchteten Kakao herstellt. Lindt investierte 5,6 Millionen, Mondelēz International – das Unternehmen hinter Leckereien wie Oreo und Toblerone – stellte 4,6 Millionen aus seinem Budget bereit, und die Marke Kinder, die zur Ferrero-Gruppe gehört, steuerte 15 Millionen bei. Die höchsten Investitionen kamen von KitKat mit 44 Millionen, M&M’s mit bis zu 1,4 Milliarden und dem Süßwarenhersteller Mars, der unglaubliche 2 Milliarden US-Dollar investierte.
Prognostiziertes Wachstum des europäischen Kakao- und Schokoladenmarktes von 2021 bis 2034. *[1]
Original oder „Fake“?
Nach dem vor einiger Zeit weltweit für Aufsehen sorgenden Laborfleisch rücken nun Informationen über ähnlich gezüchteten Kakao in den Vordergrund. Dies wirft natürlich viele Fragen und Bedenken auf, die nach den vorliegenden Informationen jedoch unbegründet sind. Unter Laborbedingungen hergestellter Kakao stammt tatsächlich aus Zellen, die direkt aus einer Kakaobohne entnommen wurden; es handelt sich also um Kakao, der aus echten Fruchtzellen gezüchtet wurde. Er entsteht lediglich nicht durch traditionelle Landwirtschaft, sondern durch Kultivierung in einer kontrollierten Laborumgebung. Wissenschaftler experimentieren zudem mit der Herstellung von Schokolade aus Kakaoschalen, die bei der herkömmlichen Schokoladenproduktion normalerweise weggeworfen werden.
Bereits ab 2027 erhältlich
Israelische Start-ups wie Kokoom und Celleste Bio sowie eine Reihe weiterer Unternehmen weltweit arbeiten derzeit an im Labor gezüchtetem Kakao. Dazu gehört auch California Cultured, das noch auf die Zulassung der Food and Drug Administration (FDA) wartet, um seine Schokolade auf den Markt zu bringen. Trotz verschiedener Gerüchte, dass Unternehmen diese Schokolade bereits ihren Produkten beimischen, ist sie noch nicht im Handel erhältlich, und Produkte aus diesem Kakao werden voraussichtlich 2027 in die Regale kommen.
Der ökologische Aspekt
Kakaobäume werden oft auf abgeholzten Flächen angebaut, was die Bodenqualität verschlechtert und den Einsatz großer Mengen an Düngemitteln und Pestiziden erfordert, sodass im Labor gezüchtete Schokolade auch der Umwelt zugutekommen könnte. Sophia Carodenuto, eine auf globale Ernährungssysteme spezialisierte politische Geografin an der University of Victoria, wies jedoch in einem Artikel für The Guardian auf die Kehrseite der Laborproduktion von Rohstoffen hin: nämlich die negativen Auswirkungen auf Kleinbauern in Westafrika, deren Lebensunterhalt vom Kakaoanbau und -verkauf abhängt. Auf der anderen Seite hofft Shirley Temeng-Asomaning, Gründerin und CEO von Chocolate Mall in Ghana, dass die Wissenschaft die Bauern ergänzen wird, anstatt mit ihnen zu konkurrieren. Angesichts der stetig steigenden Nachfrage scheint dieses letztere Szenario wahrscheinlicher...
Aktuelle Marktpreisentwicklungen
Die Kakaopreise an der Börse erreichten 2024 historische Höchststände und stiegen auf bis zu 12.000 USD pro Tonne. Zum Vergleich: Anfang Juni 2026 werden Kakao-Futures bei rund 4.000 USD pro Tonne gehandelt. Die Aufmerksamkeit richtet sich derzeit auf das El-Niño-Phänomen, das die Ernten in Ghana und der Elfenbeinküste beeinträchtigen könnte – Ländern, auf die mehr als 60 Prozent der weltweiten Produktion entfallen. Gleichzeitig bremsen die Aussichten auf eine Preiserholung in der Saison 2025/2026 sowie die Daten zu den ICE-Kakaolagern – die bis zum 29. Mai auf ein fast zweijähriges Hoch (2.846.957 Säcke) gestiegen sind – ein weiteres Preisanstieg des Rohstoffs. *
Entwicklung des Wertes des Kakao-Terminkontrakts in den letzten 5 Jahren. (Quelle: TradingEconomics) *
* Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
[1] Zukunftsgerichtete Aussagen basieren auf Annahmen und aktuellen Erwartungen, die sich als unzutreffend erweisen können, oder auf dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld, das sich ändern kann. Solche Aussagen stellen keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung dar. Sie beinhalten Risiken und andere Unsicherheiten, die schwer vorherzusagen sind. Die tatsächlichen Ergebnisse können erheblich von den in zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit genannten Ergebnissen abweichen.