Preisdruck
Der lange Reifungsprozess setzt die Erzeuger unter enormen Druck. Ihre Kosten für Rohstoffe, Produktion und Mitarbeiter fallen sofort an, doch die Rendite lässt möglicherweise erst nach mehreren Jahren eintreffen. Aus diesem Grund hat Italien ein einzigartiges System entwickelt, das die gesamte Branche am Leben erhält. Die Erzeuger können ihre Käselaibe wie jeden anderen Vermögenswert bei Banken verpfänden. Die Banken lagern die Laibe sicher ein und stellen eine Finanzierung in Höhe von 60–80 Prozent ihres Wertes bereit, bis der Käse an die Verbraucher verkauft wird.
Ein millionenschweres Geschäft in Zahlen
Zu den bekanntesten Banken, die Käse als Sicherheit akzeptieren, gehört Credem (Credito Emiliano), die dies bereits seit 1953 tut und Berichten zufolge rund eine halbe Million Käselaibe im Wert von Hunderten von Millionen Euro lagert. Zu den weiteren Instituten, die durch Käse besicherte Kredite anbieten, gehören Monte dei Paschi di Siena und BPER, wobei letztere nach dem Prinzip der sogenannten „Milchquoten“ arbeitet.
Exporte wachsen weiter
Das Konsortium Parmigiano Reggiano vereint rund 300 Hersteller und 2.000 Landwirte. Der Sektor hat einen geschätzten Wert von rund 4 Milliarden Euro und investiert weiterhin in den Tourismus, mit dem Ziel, die Zahl der Besucher von Käsebauernhöfen und -lagern bis 2029 von 85.000 auf 300.000 zu steigern. Die Vereinigten Staaten sind der größte Exportmarkt, doch auch in Kanada, Großbritannien, Skandinavien, Japan und im Nahen Osten wächst die Nachfrage. Im Jahr 2025 wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht, als die Exporte erstmals 50 Prozent des Gesamtumsatzes überstiegen. Die internationale Nachfrage stieg um 2,7 Prozent, während der Inlandsabsatz aufgrund steigender Preise zurückging.
Wird er zu einem Luxuslebensmittel?
Die Qualität des Parmigiano Reggiano unterliegt strengen Vorschriften. Er enthält keine Zusatzstoffe, ist von Natur aus laktosefrei und erfreut sich dank seines hohen Eiweißgehalts zunehmender Beliebtheit. Einfach ein Traum – vor allem für Verbraucher und Investoren, die Wert auf Nachhaltigkeit legen. Allerdings könnten übermäßig hohe Preise Käufer dazu veranlassen, auf günstigere Alternativen wie Grana Padano umzusteigen. Nach Angaben von Tridge lag der Preis im März 2025 bei 13,65 € pro Kilogramm, verglichen mit 8,50 € pro Kilogramm laut Daten des Konsortiums aus dem Jahr 2016 – was einem Anstieg von fast 60 Prozent in den letzten zehn Jahren entspricht.*
* Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
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